Corona Überbrückungshilfe für Unternehmen und Soloselbsständige
03.11.20

Corona Überbrückungshilfe 2

Unter Modifizierung der Voraussetzungen können nun Anträge für die Corona Überbrückungshilfe 2 für die Monate September bis Dezember 2020 gestellt werden. Das bundeseinheitliche Antragsportal www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de wurde hierfür freigeschaltet.

Wie bei der ersten Phase der Überbrückungshilfe wird auch im Rahmen der Corona-Überbrückungshilfen Phase 2 ein steuerbarer Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten für die kleinen und mittelständischen Unternehmen, Soloselbständige und Freiberufler gewährt, die durch die durch die stattlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie besonders schwere Umsatzeinbußen erleiden.

 Wer ist antragsberechtigt für die Corona-Überbrückungshilfe 2?

Einen Antrag auf Corona-Überbrückungshilfe 2 können alle Unternehmen, Soloselbständige, Freiberufler und Organisationen aller Branchen stellen, die infolge der Corona-Krise ihren Geschäftsbetrieb ganz oder in wesentlichen Teilen einstellen mussten.

Auch gemeinnützige Organisationen, die dauerhaft am Markt tätig sind, sind antragsberechtigt. Bei diesen Organisationen wird auf die Einnahmen einschließlich Spenden und Mitgliedsbeiträgen statt auf die Umsätze abgestellt.

Der Antragsteller muss bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sein, über eine inländische Betriebsstätte verfügen oder seinen Sitz in Deutschland haben.

Wann liegt eine erhebliche Umsatzeinbuße vor?

Die Grenze der Umsatzrückgänge wurden gegenüber den Voraussetzungen der ersten Phase für die Überbrückungshilfe 2 abgesenkt. Eine Antragstellung ist jetzt bereits möglich, wenn

  • in zwei aufeinander folgenden Monaten im Zeitraum von April bis August 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzrückgang in Höhe von mindestens 50% vorliegt oder
  • der Durchschnittsumsatz der Monate April bis August 2020 um mindestens 30% gegen über den Vorjahreszeitraum zurückging.

Der Umsatzrückgang muss Folge der Corona-Krise sein. Daher darf sich das Unternehmen auch nicht am 31.12.2019 nach den EU-Definitionen in Schwierigkeiten befunden haben.

Bei einer Gründung des Unternehmens im Zeitraum 01.07. – 31.10.2019 werden als Vergleichsgrundlage die Umsätze der Monate Juli und August 2020 zu November und Dezember 2019 herangezogen.

Für Unternehmen, die vor dem 01.04.2019 gegründet wurden und deren Umsätze starken saisonalen Schwankungen unterliegen (weniger als 15% des Jahresumsatzes wurde im Zeitraum April bis August erzielt), ist ein erheblicher Umsatzeinbruch nicht erforderlich.

Corona Überbrückungshilfe 2 – Ausschlusskriterien

Hier ergeben sich keine Änderungen im Vergleich zur ersten Phase der Überbrückungshilfe:

  • Nach wie vor setzt ein Antrag auf Corona Überbrückungshilfe Phase 2 eine hauptberufliche unternehmerische Tätigkeit voraus.
  • Das Unternehmen darf nicht nach dem 31.10.2019 gegründet worden sein.
  • Ein Antrag auf Corona Überbrückungshilfe 2 ist ausgeschlossen, wenn das Unternehmen bis zum 31.12.2020 dauerhaft eingestellt wird.
  • Eine Auszahlung der Überbrückungshilfe 2 an Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder Insolvenz angemeldet haben, ist ausgeschlossen.
  • Eine Antragstellung ist ausgeschlossen, wenn sich das Unternehmen für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifiziert oder wenn es einen Vorjahresumsatz von mindestens 750 Mio. EUR hat. Bei Unternehmen, die Teil einer Unternehmensgruppe sind, ist hierbei auf den konsolidierten Vorjahresumsatz abzustellen.

In welcher Höhe werden die Corona-Überbrückungshilfen 2 gewährt?

Maßgeblich für die Höhe der Überbrückungshilfe sind die betrieblichen Fixkosten und die Höhe des erlittenen Umsatzrückgangs im Verhältnis zum Vergleichsvorjahresmonat. Die Berechnung erfolgt monatsweise. Bei den Überbrückungshilfen Phase 2 wurden die Fördersätze angehoben:

  • Umsatzrückgang von mehr als 70% werden 90% der Fixkosten erstattet.
  • bei einem Umsatzrückgang zwischen 50% und 70 % werden 60% der Fixkosten erstattet.
  • und einem Umsatzrückgang zwischen 30% und 50% werden 40% er Fixkosten erstattet.

Der maximale Förderbetrag pro Monat beträgt im Rahmen der Überbrückungshilfen Phase 2 einheitlich 50.000 EUR.  Die Deckung der Förderhöhe ausgehend von der Anzahl der Beschäftigten wurde ersatzlos gestrichen.

Zu den ansetzbaren Fixkosten zählen wie auch in der ersten Phase insbesondere Miet- und Pachtaufwendungen, Finanzierungskosten, weitere feste Ausgaben, Kosten für Auszubildende und Grundsteuern.

Für nicht in Kurzarbeit geschicktes Personal können Personalaufwendungen in Höhe von nunmehr 20% der Fixkosten pauschal geltend gemacht werden. Ein Unternehmerlohn oder Lebenshaltungskosten zählt nicht zu den Fixkosten. Reisebüros können auch Provisionsausfälle aus Corona-bedingt stornierten Reisen als Fixkosten geltend machen.

Die betrieblichen Fixkosten müssen grundsätzlich vor dem 01.09.2020 begründet worden sein. Dies gilt nicht für Kosten für Hygienemaßnahmen.

Die Überbrückungshilfe wird als grundsätzlich nicht rückzahlbarer steuerpflichtiger Zuschuss gewährt. Ein Rechtsanspruch auf Überbrückungshilfe besteht nicht.

Wie erfolgt die Antragstellung für die Überbrückungshilfen Phase 2?

Die Corona-Überbrückungshilfe wird in einem digitalen zweistufigen Verfahren durch Steuerberater, vereidigte Buchprüfer, Wirtschaftsprüfer oder einen Rechtsanwalt über die gemeinsame bundesweite Antragsplattform beantragt. Die Bearbeitung der Anträge, die Auszahlung und die nachträgliche Überprüfung der Anträge erfolgt über die Bewilligungsstellen der jeweiligen Bundesländer; hier in Sachsen ist wie auch für die anderen Soforthilfeprogramme die SAB (Sächsische Aufbaubank-Förderbank) in Dresden zuständig.

Die Anträge auf Überbrückungshilfe Phase 2 können bis zum 31.12.2020 gestellt werden.

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